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Gedenkstunde zum Jahrestag der Ermordung der Kiewer Juden in Babyn Jar
Am 27. September 2009 um 11 Uhr fand am Alten Rathaus Bamberg, Untere Brücke, am Denkmal für die Opfer des
Nationalsozialismus, eine Gedenkstunde anläßlich des Jahrestages der Ermordung der Kiewer Juden in Babyn Jar
im September 1941 statt. Nach der Gedenkrede und dem Kaddisch von Chasan Rudolph wurden vor dem Denkmal Blumen
niedergelegt. (Bildquelle für das Bild rechts: Denkmal_fuer_die_kinder.jpg von A3xts www.wikipedia.org)
Der 27. September wurde mit Bedacht gewählt, denn der 30. September 1941 war ebenfalls der Vorabend von Jom
Kippur: der 9. Tischri 5702.
Nachfolgend der Text der Gedenkrede von Chasan Arieh Rudolph:
Wir sind heute hier am Denkmal der Opfer des Nationalsozialismus zusammengekommen, um an die vielzehntausendfache
Ermordung der Juden von Kiew in Babyn Jar sowie vieler anderer Menschen zu gedenken.
Babyn Jar ist ein für uns Juden ein Synonym für das Abschlachten unserer jüdischen Schwestern und Brüder von Kiew
geworden. Nachher war die Stadt um die Hälfte kleiner als vorher. Aber Babyn Jar war nicht auf Kiew beschränkt.
Alle Städte in der Ukraine hatten ihr eigenes Babyn Jar:
Nikolajew, Charkiv, Dnepopetrowsk, Vinitza, Odessa, Dunezk, Berditschew und viele andere und kleinere Städte und
Stetl.
Babyn Jar war 1941 der Schauplatz der größten einzelnen Mordaktion im Zweiten Weltkrieg, die unter der
Verantwortung des Heeres der Wehrmacht durchgeführt wurde. Die Einsatzgruppen ermordeten am 29. und 30. September
1941 mehr als 33.000 Juden.
Die jüdische Bevölkerung Kiews war zum großen Teil vor dem Einmarsch der Wehrmacht geflohen, etwa 50.000 waren
zurückgeblieben, vorwiegend ältere Männer, Frauen und Kinder. Wenige Tage nach dem Einmarsch der Wehrmacht in
Kiew beschlossen SS- und Wehrmachtsoffiziere einen Großteil der Kiewer Juden zu töten.
An der Aktion waren Angehörige der SS, Kommandos der Ordnungspolizei, Angehörige der Geheimen Feldpolizei,
ukrainische Polizei sowie die Wehrmacht beteiligt.
So wurden 33.771 Juden bei Babyn Jar am 29. und 30. September 1941 innerhalb von 36 Stunden durch
Maschinenpistolenfeuer erschossen. Die Wehrmacht leistete hier logistische Hilfe und mehr, indem sie die Stadt
abriegelte und nach dem Massaker Teile der Schluchtwände sprengte, um mit dem abgesprengten Schutt die Ermordeten
zu verstecken. Bis zum 12. Oktober wurden insgesamt 51.000 Juden getötet, ihre Habseligkeiten geraubt.
Bis zur Einnahme Kiews durch die Rote Armee im November 1943 fanden weitere Massenerschießungen statt, bei denen
sowjetische Kriegsgefangene und etliche Zivilisten unterschiedlicher Nationalitäten getötet wurden. Insgesamt
betrug die Anzahl der Opfer unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 150.000 bis 200.000 Tote.
Das Massaker von Babyn Jar war einer der Anklagepunkte in den Nürnberger Prozessen. Das sowjetische Anklageteam
legte dort schriftliche Dokumente über Exhumierungen vor. Die in die Massaker verstrickten SS-Männer wurden
schuldig gesprochen, zum Tode verurteilt und hingerichtet bzw. zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Jedoch
keiner der Wehrmachtsoffiziere, die sich an Vorbereitung, Durchführung oder Vertuschung des Massakers beteiligt
hatten, musste sich vor Gericht verantworten.
Anlässlich eines zweitägigen Besuches in der Ukraine, den Jitzchak Rabin am 12. und 13. September 1995 mit seiner
Ehefrau Leah absolvierte, besuchten die Rabins auch Babyn Jar. In seiner dort gehaltenen Rede gedachte Rabin der
Toten mit folgenden Worten:
„Hier in Babyn Jar haben die Männer des Sonderkommandos A4 die Träume kleiner Kinder vernichtet und die Herzen
ihrer Eltern, die sie mit ihren eigenen Körpern zu schützen versuchten. Hier übertönte das Dröhnen der
Gewehrsalven die Schreie Zehntausender von Kiewer Juden und vieler anderer Opfer. Und hier in diesem
Höllenschlund endete die Geschichte einer großartigen jüdischen Welt - der Welt der ukrainischen Juden, aus
deren Mitte die ersten Träumer von Zion hervorgingen, die besten jüdischen Dichter und Schriftsteller, die
großen Pioniere und Wegbereiter des Zionismus.“ (zitiert nach Leah Rabin)
Quelle: www.wikipedia.org
So legen wir in Erinnerung an unsere ermordeten Brüder und Schwestern stellvertretend hier am Denkmal der Opfer
des Nationalsozialismus Blumen zum stillen Gedenken nieder.
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Anschließend kamen die Gemeindemitglieder und Gäste für eine kleine Bewirtung im Seniorenclubszentrum zusammen.
Unser Gemeindemitglied Samuil Gorodkov trug ergreifend ein Gedicht von Jewgenij Jewtuschenko vor mit dem
Titel "Babij Jar".
Nachfolgend können Sie Bilder von der Veranstaltung (Copyright der Bilder babynjar_1 - babynjar_4 und babynjar_9 -
babynjar_12: Iris Yuz-Zarfati) sehen:
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