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Eröffnung des Jüdischen Lehrhauses Bet Midrasch Bamberg am 19.11.2009
Am 19. November 2009 wurde mit einem großen Festakt vor zahlreich geladenen Gästen und Mitgliedern der IKG Bamberg das Jüdische Lehrhaus – Bet Midrasch – Bamberg feierlich eingeweiht.
In ihrer Festansprache erläuterte Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, dass das „Das Lernen miteinander, voneinander, auch von anderen Religionen und Kulturen“ eine Chance sei, die es zu nutzen gelte. Der Anspruch, den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu pflegen, sei völlig neu für ein jüdisches Lehrhaus. Das offene Gespräch solle Verständigung ermöglichen, erklärte Knobloch. Denn oft sei Unwissenheit der Grund für Vorurteile: „Durch Aufklärung auf einer demokratischen Grundordnung kann Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit der Nährboden entzogen werden“, meinte die Präsidentin. Beide Erscheinungen ließen sich in Deutschland „leider nicht wegdiskutieren“.
Charlotte Knobloch wünschte dem Lehrhaus, dass es in Bamberg ein „sichtbares Wahrzeichen des Dialogs wird“.
Alterzbischof H.H. Karl Braun, Domkapitular Gerhard Förch, der neue Dekan Markus Bolowich und andere vertraten die katholische Kirche. Für die evangelische Kirche war Dekan Otfried Sperl gekommen. Auch die islamischen Gemeinden waren vertreten.
Josef Schuster, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, würdigte das Lehrhaus als „ein Baustein, Vorurteilen zu begegnen“. Oberbürgermeister Andreas Starke nannte das „Bet Midrasch“ eine „wichtige Errungenschaft für die ganze Region“ und Bamberg sei damit „um eine bedeutende Bildungsstätte reicher geworden“, so der Oberbürgermeister.
Prof. Susanne Talabardon, Professorin für Judaistik an der Bamberger Uni und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Lehrhauses, sprach über „lebenslanges Lernen“, der „jüdische Hang zum Lernen münde in das Bet Midrasch“. Eine erste Lehrveranstaltung bot die Festansprache von Igal Avidan, Journalist und Buchautor. Er stellte Tel Aviv vor, die vor hundert Jahren gegründet wurde. Den religiösen Akt in der Lehrhauseröffnung vollzog der niedersächsische Landesrabbiner Jonah Sievers. Er sprach ein Segensgebet und brachte die Mesusa am rechten Türpfosten des Eingangs zum Lehrsaal an.
Yael Deusel, Kulturreferentin und Rabbinerstudentin, sang einen Psalm auf Hebräisch und Chasan Arieh Rudolph sprach ein Gebet zur Hauseinweihung.
Möge dieses Haus des Lernens eine große Zukunft haben!
Die Bilder auf dieser Seite wurden von Herrn Rudolf Daniel zur Verfügung gestellt.
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