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Gedenk-Konzert für Volodymyr Kusnetzov am 8. Mai 2011 um 18 Uhr

Am Sonntag, den 8. Mai 2011, fand im Willy-Lessing-Gemeindesaal um 18 Uhr ein Gedenkkonzert für unser verstorbenes
Gemeindemitglied und Violinisten Volodymyr Kusnetzov statt.
Nach einer Einleitung vom Gemeindevorsitzenden, Herrn Dr. Olmer, spielte der Kammermusikkreis "Eintracht" aus Bischberg unter
der Leitung von Gisela Hartmann mehrere Stücke, welche herr Kusnetzow, der damals ebenfalls in diesem Orchester spielte, gerne mochte.
Es waren Stücke in der Bandbreite des Barocks, über die Klassik bis hin zur Moderne, die von dem Orchester professionell vorgetragen wurden.
Anschließend stellte der Synagogenchor unter der Leitung von Dimitry Braudo die Stücke vor, die Herr Kusnetzow Zeit seines Lebens gerne sang.
Solitsten waren: Vera Olmer und Sepp Kuffer, Bernadette Arnold und Chasan Arieh Rudolph, der sich mit der russischen Romanze "Kolokoltchik"
in die Herzen der Zuhörer sang. Durch das Programm führte Edeltraut Meier.
Lesen Sie dazu den Nekrolog von Dr. Heinrich Olmer:
Nachruf für Herrn Kuznetsov
Wir verabschieden uns heute von einem außergewöhnlichen, charismatischen und begabten Menschen, der in der jüdischen Gemeinde Bamberg
eine Lücke aufreißt, die nicht mehr zu schließen ist. Ein Mensch, der viel zu früh und für die meisten überraschend von uns gegangen ist.
Sein umfassend musikalisches und künstlerisches Fachwissen brachte er nicht nur äußerst kompetent, sondern vor allem auch mit großem
Engagement in unser Gemeindeleben ein. Ob im Synagogenchor, der musikalischen Umrahmung unserer Feiertage, im Senoirenclub, im Kulturcafé,
oder zu Gedenkveranstaltungen aller Art, Herr Kuznetsov war stets maßgeblich mitgestaltend dabei. Er war ein gefragter Künstler, dessen
Engagement schon lange weit über die Israelitische Kultusgemeinde und auch über die Grenzen Bambergs hinausging.
Herr Kuznetsov wurde am 27.09.1943 in Kukmor in der Republik Tetarstan geboren. Seine gesamte berufliche Tätigkeit war stets der Musik
gewidmet. So war er von 1964 – 1967 im musikalischen Theater in Schitomir tätig und als Lehrer an einer Musikfachschule. Nach dem Studium
an der Kunstakademie in Ufa 1968 – 1973 war er in Utschaly als Lehrer für Violine und Viola bis zum Jahre 1979 tätig. Im Jahre 1979 folgte
der Unzug in die Ukraine, wo er im Orchester des musikalischen Theaters in Schitomir beschäftigt war. Von 1980 bis 2004 unterrichtete Herr
Kuznetsov an der Musikhochschule in Schitomir.
Im Jahre 2004 folgte die Umsiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Leider war es mir aufgrund der Sprachbarrieren nie möglich mit Herrn
Kuznetsov ohne Inanspruchnahme unserer Übersetzer zu reden, was ich immer sehr bedauerte. Ich konnte daher leider nie mit ihm ganz persönlich
über die ihn unmittelbar betreffenden Probleme reden. Ein Problem, dass bedauerlicherweise auch für viele unserer insbesonderen älteren
Mitglieder aufgrund dieser Sprachbarrieren gilt. Leider konnte ich Herrn Kuznetsov auch nicht in dem Maße behilflich sein, seine enormen
musikalischen Fähigkeiten beruflich einzubringen, wie ich es gerne getan hätte, um ihm die Möglichkeit zu geben, an seine erfolgreiche
Karriere anzuknüpfen.
Doch Herr Kuznetsov und das bleibt für immer haften, ist ein äußerst beeindruckendes Beispiel dafür, welch reicher Schatz an jüdischer
Kultur unseren deutschen jüdischen Gemeinden geschenkt wurde und welche Chancen sich damit für die Zukunft auftun, wieder lebendige
Gemeinden, auch in bezug auf ihr musikalisches Erbe, aufzubauen. Er hat maßgeblich mit dazu beigetragen, die Israelitische Kultusgemeinde
Bamberg auch als musikalischen Kulturträger wahrzunehmen und nicht zuletzt durch seine persönliche Ausstrahlung einen wesentlichen Beitrag
für die Anerkennung unserer Gemeinde geleistet. Dieser Verdienst ist einzigartig und wird immer bleiben und auch von Seiten des Vorstands
noch in geeigneter Form zu würdigen sein.
Herr Kuznetsov ist nicht mehr unter uns. Doch er wird uns stets in Erinnerung bleiben. Er war und ist für mich ein Symbol an die Zukunft
der Erneuerung eines Judentums in Deutschland zu glauben. Er ist und war für mich einer der Menschen, die mich auch in schwierigen Zeiten
an die Zukunft unserer Gemeinde glauben ließen und uns allen die Zuversicht gibt, weiter für den Aufbau unserer Gemeinde zu arbeiten.
Im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg möchte ich mein tiefstes Mitgefühl insbesondere seinen heute hier anwesenden
Familienangehörigen aussprechen und Ihnen versichern, dass Herr Kuznetsov immer in unserem Herzen bleiben wird.
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