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Gedenkweg zur Erinnerung an die Deportation der letzten Bamberger Juden 1943
„Der letzte Weg der Bamberger Juden“
Ein Gedenkweg in sechs Stationen
Station 4: Willy Lessing
Am 15. November 2009 gedachten mehrere hundert Menschen in einer eindrucksvollen Veranstaltung des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus, dem auch die
IKG angehört, der Verfolgung und Ermordung der Juden aus Bamberg.
Der Weg hatte sechs Stationen: vom Standort der Synagoge der Jahre 1664 bis 1910 in den heutigen Theatergassen bis zum Bahnhof, von wo die Menschen zu den Vernichtungslagern
deportiert wurden. Chasan Rudolph erinnerte vor dessen ehemaligem Wohnhaus an Willy Lessing, der in Opfer der NS-Gewalt wurde, und hob hervor, dass die Nationalsozialisten trotz der Deportation auch der letzten in Bamberg verbliebenen Juden ihr Ziel nicht
erreichen konnten, jüdisches Leben in Bamberg endgültig auszulöschen.
Unter anderem sagte der Chasan: „Willy Lessing war ein angesehener Bürger der Stadt, ein Prominenter…Sein Engagement für die Stadt Bamberg reichte weit, ohne Ansehen von
Person und Religion, wie bei so vielen anderen jüdischen Mäzenaten der Stadt. Seine soziale Einstellung war allen karitativen Organisationen bekannt und auf jeder Spendenliste
stand Lessing obenauf. Willy Lessing war Eigner der Ziegeleiwerke Lessing in Bamberg und
Baunach. Als 1925 das Priesterseminar am Heinrichsdamm gebaut wurde, spendete Lessing maßgeblich für den Bau. Er, der „mit ganzer Seele Bamberger“ war (Thomas Dehler, 1946) hatte nicht gedacht, dass ihm sein Verdienst um die Stadt einmal so schmählich gedankt
werden würde. Willy Lessings Leben und das der meisten anderen Bamberger Jüdinnen
und Juden wurde erbarmungslos ausgelöscht, die Nationalsozialisten erreichten bis Kriegsende ihr verbrecherisches Ziel fast. Aber nur fast!
Schräg gegenüber, in der seit langem nach Willy Lessing benannten früheren
Sophienstrasse, ist aus kleinen Anfängen seit 1951 bis heute eine neue, lebendige Gemeinde entstanden: die Israelitische Kultusgemeinde „Or Chajim“ – „Licht des Lebens“.
Der in der Dunkelheit leuchtende David-Stern der neuen Synagoge, die am 1. Juni 2005 eingeweiht wurde, zeugt von diesem Licht.
Die Installation eines Baumstumpfes, aus dem eine neue kleine Pflanze emporwächst, soll ein Sinnbild sein für diese Gemeinde: von der fast völligen Zerstörung 1942, derer wir heute gedenken, zu einer neuen lebendigen und aktiven Gemeinde, die in ihrer Mitgliederzahl von 950 Seelen fast wieder die Stärke von vor dem Zweiten Weltkrieg erreicht hat.
Wie aus einem Baumstumpf aus kleinen, verletzlichen Anfängen neues, gesundes Leben wachsen kann, so hat sich die Bamberger Gemeinde entwickelt. Und in diesen Tagen bekommt der Baum einen neuen, kräftigen Ast: Es wird am 19. November in den Räumen der Israelitischen Kultusgemeinde der „Bet Midrasch“, das „Jüdische Lehrhaus Bamberg“ eröffnet.“
Nachfolgend können Sie Bilder von der Veranstaltung (Copyright der Bilder Frau Katrin Schnabel, die kleineneren Vorschaubilder sind von Frau Marion Krüger-Hundrup mit herzlichem Dank)
sehen:
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