Israelitische Kultusgemeinde Bamberg "Or Chajim"

 

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Unabhängigkeitstag Israels / Jom Ha´azmaut

Am Dienstag, den 20. April 2010 feierte die IKG Bamberg den Unabhängigkeitstag des Staates Israel mit einem Vortrag von Prof. Bieberstein, Uni Bamberg, im Rahmen des Jüdischen Lehrhauses.

Am 20. April 2010 war Jom Ha-Azmaut. Hier hatten wir die Gelegenheit, Prof. Dr. Klaus Bieberstein von der Universität Bamberg im Jüdischen Lehrhaus zu begrüßen. Prof. Bieberstein hielt einen sehr gut besuchten Vortrag über „Tempel und Felsendom in Jerusalem - eine Betrachtung“ Anschließend begrüßte Chasan Arieh Rudolph die Gäste zum Tag der Unabhängigkeit Israels:

Liebe Gemeindemitglieder, >br> sehr geehrte Besucher des Lehrhauses,
sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger!

es ist mir eine große Freude, Ihnen anlässlich des 62. Unabhängigkeitstages des Staates Israel herzliche Grüße zu überbringen.

Wenn wir nun auf diese 62 Jahre wechselvolle Geschichte zurückblicken, können wir nicht nur auf erstaunliche Errungenschaften dieser vergangenen Jahre, sondern auch auf die Zukunft für Israel und das jüdische Volk blicken.

Während der vergangenen Jahre seit 1948 hat sich Israel zu einem modernen und dynamischen Land entwickelt - einem Land mit einer starken und stabilen Wirtschaft, einem Spitzenreiter in Landwirtschaft, Wissenschaft, Hochtechologie und Medizin, einem Land, welches Juden aus der ganzen Welt und allen Kulturen willkommen heißt und in sich aufnimmt. Der moderne Staat Israel hat eine stolze Geschichte – von König David bis zur heroischen Haltung der Makkabäer. Der moderne Staat Israel dient als sicherer Hafen für Juden aus der ganzen Welt und hat viele Kulturen in sich aufgenommen – Holocaust-Überlebende aus Europa, Marokkaner, Jemeniten, Russen, Äthiopier, Juden jeder Hautfarbe, die 110 verschiedene Sprachen sprechen. Juden, wo immer sie sein mögen, gehören zueinander – als Brüder und Schwestern mit der Sicherheit, eine Möglichkeit der Rückkehr zu haben, selbst wenn wir an unterschiedlichen Orten leben.

Israel hat es geschafft, sich trotz Gegner an den Grenzen dieses Landes, aber noch mehr gegen Feinde auf der ganzen Welt zu behaupten, Feinde, die es sich bis heute auf die Fahnen geschrieben haben „die Juden ins Meer zu treiben“ und die trotz vielfältiger Zugeständnisse seitens der israelischen Regierungen immer weitere Forderungen stellen, bis ihr schändliches Ziel erreicht ist.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Trotz all dieser Leistungen hat Israel noch viel vor sich. Es muß auf der einen Seite versuchen, für eine Friedensbereitschaft der moslemischen Nachbarn werben, aber gleichzeitig die Sicherheit ihrer Bürger garantieren. Die Integration der vielen Einwanderer aus judenfeindlichen Staaten auf Seiten der Nachbarn Israels sowie den Staaten des ehemaligen Ostblocks und ihrer Unterstützer muß weiterhin vorangebracht werden, die alle Formen von Diskriminierung und Parteilichkeit unmöglich macht.

Das 21. Jahrhundert ist weltweit voll von Herausforderungen in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Art und g´ttlicher Wunder. Und der Staat Israel ist mitten darin, entstanden nicht zuletzt aus unserem jüdischen Sehnen nach der kommenden Zeit des Maschiach, für dessen Ankunft wir täglich beten. In der Nationalhymne des Staates Israel, die auch für uns deutsche Juden in gewissem Sinne „unsere“ Nationalhymne ist, wird diesem Sehnen nach der Zeit des Maschiach Rechnung getragen. Ich darf den deutschen Text hier zitieren. 1897 wurde dieses Lied beim ersten Zionistenkongreß in Basel als Nationalhymne Israels angenommen. Der Text stammt von Naphtali Herz Imber (1856 - 1909), die Melodie wurde - nach einer Überlieferung - von einem Siedler böhmischer Herkunft in Anlehnung an eine alte Volksmelodie aus Böhmen geschrieben:

„Solange tief im Herzen
Die Seele eines Juden sich sehnt,
Und gen Osten
Ein Auge blickt, nach Zion,
Ist unsere Hoffnung nicht verloren,
Die Hoffnung von zweitausend Jahren,
Frei zu sein als Volk in unserem Land,
Dem Land Zions und Jerusalems.“

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Die größte Quelle und Garantie für die Zukunft des Staates Israel und des jüdischen Volkes auf der ganzen Welt sind die Kinder. Durch die jüdisch-zionistische Erziehung, die Vertiefung der Bindung Israels zur Diaspora und deren Kinder und zu ihren Eltern und allen Gemeindemitgliedern, wird Israel zusammen mit der Diaspora auf die Stärkung jüdischer Identität und Fortdauer hinarbeiten.

Weiterhin ist es erforderlich, dass die Bindung der Juden, die in der Diaspora leben, mit Israel bleibt und weiter vertieft wird. Nur gemeinsam können wir Juden in der Diaspora und in Israel – den Blick nach vorn richten und Schulter an Schulter unsere gemeinsame Zukunft sichern, als Volk und als Nation stärker werden und in vollem Maße das Versprechen des Staates Israel als jüdisches und demokratisches Land verwirklichen.

In diesem Sinne wünsche ich Israel, dem jüdischen Volk und unseren Freunden in der Welt ein friedliches und glückliches Geburtstagsjahr,

ein herzliches Chag sameach!

Ich danke Ihnen.



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