Israelitische Kultusgemeinde Bamberg "Or Chajim"

 

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Buchpräsentation am 15. Juli 2008

Mit großer Freude dürfen wir mitteilen, daß der vom Verein zur Förderung der jüdischen Geschichte und Kultur Bambergs e.V. herausgegebene und lang erwartetete Gedenkband

Gedenkbuch für die jüdischen Bürger Bambergs
Opfer des nationalsozialistischen Terrors 1933-1945.
Vertrieb Erich Weiß Verlag, 19,80 €
ISBN: 978-3-940821-10-2.
Erhältlich im Buchhandel sowie in allen FT-Geschäftsstellen.

nunmehr vorliegt.

Lesen Sie hierzu den Bericht im Fränkischen Tag vom 17. Juli 2008:


Den jüdischen Opfern zum Gedenken ERINNERUNG Der Verein zur Förderung der jüdischen Geschichte und Kultur Bambergs e.V hat ein Gedenkbuch an die israelitische Kultusgemeinde übergeben. In der Bamberger Synagoge wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Bamberg - "Erinnern ist mehr als eine Liste von Namen anzulegen. Daher wollen wir mit unserem Memorbuch, welches an die jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedenkt, nicht nur mit Namen erinnern, sondern vielmehr an die Menschen selbst", erläuterte Dr. Antje Y Deusel, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der jüdischen Geschichte und Kultur Bambergs, bei der feierlichen Buchübergabe in der Bamberger Synagoge. Das Buch soll daher den Menschen, Frauen und Kindern, die in Bamberg gelebt haben, ein konkretes Gesicht geben. Daher finde sich in dem Erinnerungsbuch nicht nur ein Verzeichnis der Namen der Opfer, die aus Bamberg deportiert wurden, sondern auch solche die in Bamberg geboren wurden und später weggezogen sind.

Ortwin Beisbart, Mitherausgeber des Gedenkbuches, ging auf die Entscheidungen und Probleme, die beim Erstellen des Buches auftraten, näher ein. Er erläuterte, dass das Gedenkbuch im Grundstock auf die Forschungen von Dr. Herbert Loebl, der als Jugendlicher die Bamberger jüdische Gemeinde verlassen musste, beruhte. Lobend erwähnte er die akribische Kleinarbeit von Franz Fichtl, der die vielen und unterschiedlichen Quellen in den Archiven überprüft hatte. "Zwar kann ein Gedenkbuch nicht als Quellenband missverstanden werden, doch kann es für weitere historische Forschungen verlässliche Hinweise bieten, auch wenn nicht jedes Detail mit genauer Quellenangabe versehen wurde", schilderte Beisbart.

Beisbart betonte, dass das Gedenkbuch nicht in allen Details vollständig sei. Dennoch habe sich der Verein bemüht, die auffindbaren Bamberger Wohnadressen der Opfer zu notieren sowie deren berufliche Tätigkeit. Auch wurden alle erreichbaren und einigermaßen reproduzierbaren Bilder für 215 Personen eingefügt. "Wir hatten weiter das Ziel, die Opfer soweit als möglich in ihre Familien zu integrieren. Und haben daher Namen, Daten und Herkunft der Eltern ebenso zu finden versucht wie ihre Verwandtschaft dokumentiert", erläuterte Beisbart. Heiner Olmer, 1. Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, dankte dem Verein für das Erstellen des Gedenkbuches. Denn, da das Bamberger Judentum mit der Hitlerdiktatur so gut wie vollständig ausgelöscht sei und da das in Deutschland formierende Judentum Schwierigkeiten habe, sich des deutsch-jüdischen Erbes anzunehmen, sei es "umso wichtiger, dass nichtjüdische Deutsche bereit sind, sich der Pflege des deutsch-jüdischen Erbes anzunehmen", unterstrich Olmer. Denn nur wenn es gelinge, dass dieses Erbe als etwas Eigenes und nicht etwa als Fremdes angesehen werde, bestehe die Chance, dass die deutsch-jüdische Kulturtradition wenigstens ansatzweise weiterleben könne. "Mit dem Memorbuch haben sich in vorbildlicher Weise eben insbesondere Nichtjuden engagiert, um zu erinnern. Es ist mir deshalb eine ganz besondere Freude allen beteiligten Personen unseren Dank und Anerkennung auszusprechen", sagte Olmer. Zwei besonders gebundene Bücher übereichten Ortwin Beisbart und Antje Y. Deusel der israelitischen Kultusgemeinde. Eines soll im Gemeindezentrum bleiben und eines ist für die Taharahalle (Trauerhalle) am Friedhof bestimmt.

Alle auf dieser Seite gemachten Fotos stammen von Herrn Rudolf Daniel, Memmelsdorf. Für die Erlaubnis bedanken wir uns.

Der Webmaster.

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