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Bericht über die Veranstaltungen des Kulturcafés vom 11.01.2010 - 10.02.2011
Das Kultur-Café der IKG Bamberg, das am 11. Januar 2010 feierlich eröffnet wurde und i.d.R. 1 – 2 mal im Monat jeweils donnerstags geöffnet ist, bot im vergangenen Jahr ein ausgesprochen vielseitiges Programm an. Die Themen waren unterschiedlich, die Ideen kamen hauptsächlich aus dem Kreis der Gemeindemitglieder und entsprachen der Interessen und Bedürfnissen der Gemeindemitglieder sowie der Bamberger Öffentlichkeit.
Die erste Veranstaltung im Kultur-Café war am 14. Februar 2010. Die Bilderausstellung der Designerin und Grafikerin Mayya Avrutina "Sei farbenfroh", brachte einen Schwung in unseren Gemeindeleben und weckte nachhaltig das Interesse am Kulturcafé.
Kurz danach waren die Gemeindemitglieder Ludmila Zarkina, Raisa Sitzerman und das Chormitglied Natalya Rabucha bei uns zu Gast und erfreuten die Gäste mit ihren farbenreichen Stickereien. Kurze Vorträge der Teilnehmerinnen waren informationsreich, beinhalteten interessante Fakten aus der Weltkunstgeschichte und aus dem Leben der großen Künstler, die die Originalwerke malten, woraus die Frauen ihre Inspirationen schöpften.
Großes Interesse der Bamberger Öffentlichkeit erhielt die Veranstaltung am 24. Juni 2010, als die junge Künstlerin Julia Kolk das Bild „Israel“ präsentierte, welches anschließend zu einer regen Diskussion führte. Das Highlight des Abends war der Film nach dem gleichnamigen Roman "Alles ist erleuchtet" von Jonathan Safran Foer mit einem Vorwort von. Dr. Prof. Beisbart.
Kurze Inhalt des Filmes:
Ein junger Amerikaner bricht auf, um die Frau zu suchen, die während des Zweiten Weltkriegs seinem jüdischen Großvater in der Ukraine das Leben gerettet hat. Zunächst scheint es nur darum zu gehen, unter absolut bizarren Umständen die Fragmente einer Familiengeschichte zusammenzusetzen – doch schon bald gewinnt die Reise durch eine Reihe bewegender Offenbarungen überraschend an Bedeutung. Selbst der Autor sagte über den Roman: „Der Humor ist vielleicht der einzige Weg eine traurige Geschichte zu erzählen.“
Am 21. Oktober 2010 genossen wir den Besuch von Schriftstellerin Marina Jurovertskaja aus Weiden mit ihren lustigen Erzählungen über jüdische Migration russischer Juden nach Deutschland 1989-2000.
Ebenfalls wurde im Rahmen des Kultur-Cafés das Andenken an unser vor Kurzem verstorbenem Gemeindemitglied Emma Liebermann, die ihre Werke immer schon in unseren Café ausstellen wollte, gewürdigt. Den größten Teil der Vorbereitungen erfolgten von Raisa Zitzerman, der Freundin von Emma Liebermann übernommen. Anschließend wurden die Makramée-Arbeiten, Stickbilder, Applikationen von Frau Liebermann an interessierte Gemeindemitglieder verschenkt.
Am 9. November 2010 wurde nach dem Gedenken am Synagogendenkmal die Ausstellung des Künstlers und Fotografen Oleg Avrutin feierlich eröffnet.
Der 1. Vorsitzende der IKG Bamberg, Dr. Heinrich Olmer unterstrich in seiner gelungenen Rede die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit in der Kunst des Fotografen und in die Verbindung der geschichtlichen Ereignissen Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa, die die Identität der Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion prägen. Das Publikum hörte aufmerksam zu, als er über das Leben des Künstlers in der Ukraine und seine künstlerische Entwicklung in Deutschland erzählte.
Am 25. November 2010 stellte das Gemeindemitglied David Mitzner seine Eindrücke über die Israel-Reise im Rahmen eines dreiwöchigen Programms bei der Israelischen Armee (Zahal) in Form einer Bildpräsentation vor. Sein Vortrag war emotional, humorvoll, informationsreich und ist bei den Gemeindemitgliedern sehr gut angekommen. Die Simultanübersetzung übernahm Frau Manastyrskaia.
Als Auftakt des Jahres 2011 stellte das Gemeindemitglied Irina Fomina am 13. Januar 2011 ihre außergewöhnliche Kunst vor. Irina Fomina stellte ihre Bilder aus Trockenblumen vor. Für ihre Arbeiten benutzt sie Blumen vom Feld - wilde Blumen, den Mohn, die blauen Kornblumen, das Gänseblümchen, Samen von verschiedenen Blumen, Pflanzen, Unkraut, Gras, Getreideblumen, Wiesenblumen, Heilpflanzen, exotische Pflanzen und erstellt zahlreiche farbenfrohe floristische Kompositionen. Irina Fomina erzählte über die Methode der Erstellung der floristischen Bilder. Das Interesse an der außergewöhnlichen Kunst war insbesondere bei den Frauen so groß, dass die Idee über die Möglichkeit eines Kurses in der IKG unter den Besuchern des Cafés entstand.
Der Veranstaltung am 10. Februar 2011 war ein mehr als gelungener Poesie-Abend mit wunderbarer Liebes-Lyrik vom Ehepaar Mark Khabinski und Ninel Shveynova. Zum ihren 80. Jubiläum kommt das gemeinsame Buch über Poesie der beiden in diesem Jahr heraus. Die Zuhörer waren sehr beeindruckt von der Stärke der Gefühle, von der Fähigkeit und des Talent, diese Gefühle in Strophen zu legen. Die Migrationsthematik war auch vorhanden, mit dem spritzigen Humor, der feinen Ironie und der Lebensfreude beider Autoren. Die Zuschauer lachten und weinten und bereiteten den Münchner Autoren ein lebhaftes Gespräch. Anschließend hatten die Besucher des Kultur-Cafés die Möglichkeit, die Sammelbände mit Gedichten aus verschiedenen Lebensabschnitten der Autoren zu kaufen.
Und damit sind die Themen noch lange nicht erschöpft.
Das Kulturcafé bietet die Möglichkeit, Veranstaltungen verschiedenster Art zu organisieren und zu erleben: von Konzerten über Lesungen, Theaterauffüh-rungen und Turnieren, Ausstellungen oder Diskussionsrunden ist hier alles möglich. Die Veranstaltungen bieten jedermann eine Möglichkeit, sein Talent zu präsentieren, über seine Werke zu erzählen, Kontakte zu knüpfen, Horizonte zu erweitern, vielseitige Unterhaltung und immer ein gemütliches Beisammensein.
Frau Manastyrskaia mit der Hilfe von Chasan Rudolph und weiteren ehrenamtlich engagierten Mitarbeitern stellen in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen auf die Beine. Für tatkräftige Unterstützung und gute Ideen sind wir immer dankbar und offen. Kommen Sie gerne vorbei, bringen Sie ihre Ideen mit und wir unterstützen Euch bei der Organisation.
Unsere Meinung nach werden das Potential unserer Gemeindemitglieder bis jetzt noch nicht in Gänze genutzt. Wir haben eigene Dichter, Künstler, auch Musiker, die mit ihren Gaben und Fähigkeiten den Anderen Freude bereiten und gleichzeitig seine Talente zeigen können, sich angenommen und gebraucht fühlen. Wie die Erfahrungen zeigen, nehmen die älteren Gemeindemitglieder (bei uns sind das 95 % alle Mitglieder) sehr aktiv an der Organisation und Gestaltung der Veranstaltungen teil.
Frau Zarkina, Herr Gorkurov, Frau Gorkurova, Raisa Zitzermann, Ludmila Mikhaltchuk, Ludmila Jakobi (unsere nichtjüdische Freundin) haben sich bei Vorbereitung des Kulturcafés aktiv eingebracht.
Senioren- und Kulturarbeit als ein Motor gesellschaftlicher Innovation, das ist die Grundidee des kreativen Potentials: Die Älteren gehören nicht zum alten Eisen, sondern sind aktiv dabei, Engagement zu bringen und hier als neue Talentschmiede zu wirken. Das ist die erste wichtige Aufgabe, die ich mir für 2011 vorgenommen habe.
Außerdem plane ich für das Jahr 2011 das Kulturcafé der Israelitischen Kultusgemeinde zu einer interkulturellen Bühne aller Migranten der verschieden Nationen in Bamberg zu erschaffen. Unser Kulturcafé soll ein Brückenschlag zwischen verschiedenen Kulturen werden.
Manastyrskaja Tatiana
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