Israelitische Kultusgemeinde Bamberg "Or Chajim" |
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Interreligiöse Fraueninitiative: "Speisen-Reisen mit jüdischer Küche in der Maria-Ward-Schule
Sag mir was du isst, und ich sag dir wer du bist"Verständigung geht durch den Magen"Unter diesem Motto kamen am 23. Oktober 2008 zwanzig Frauen zur zweiten "Speisen-Reise" der Interreligiösen Fraueninitiative e.V. zusammen. Jüdische Küche zu Sukkot stand diesmal auf dem Programm.Beim ersten Kennenlernen zeigte sich schnell die Multinationalität der Teilnehmerinnen. In Indonesien, im Iran, Kirgisien, Usbekistan, Russland, Bayern bis in den USA waren die Frauen geboren, die heute alle in Bamberg leben. Ein Team von Damen der Israelitischen Kultusgemeinde hatte die Gerichte ausgesucht, die Lebensmittel besorgt und leitete die Kochgruppen an. Tatiana Manastyrskaja erklärte in ihrer Einführung: "Jüdinnen und Juden haben überall, wo sie auf der Welt leben, die regionale Küche übernommen und entsprechend verändert. Entstanden sind eine Vielzahl an köstlichen Gerichten." Die meisten Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg kommen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Dementsprechend wurden jüdische Gerichte der osteuropäischen Küche gekocht. Das Fest Sukkot, auch Laubhüttenfest genannt, kennt selbst keine eigenen Speisen. Es ist unter anderem ein altisraelitisches Erntedankfest und wird in Erinnerung an die 40-jährige Wüstenwanderung des Volkes Israels sieben Tage als großes Freudenfest gefeiert. In jüdischen Gemeinden, aber auch Privathaushalten werden Laubhütten aufgebaut, in denen man während der Festtage viel Zeit verbringt und natürlich auch gut zusammen isst. Ein besonderer Brauch ist zu den G´ttesdiensten Feststräuße aus vier Pflanzenarten zusammenzubinden und in alle vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und nach unten zu schütteln, was Frau Manastirskaja auch gleich an Ort und Stelle vorführte. Bevor das Festessen jedoch auf dem Tisch stand, hieß es für die Teilnehmerinnen erst einmal Rote Beete raspeln, selbstgemachte Nudeln schneiden, Blinsen backen, Hähnchenfleisch durch den Fleischwolf drehen und duftende Nusskekse zu backen. Bei den Zutaten und der Zubereitung wurde auf die Trennung nach koscheren Gesichtspunkten geachtet. Beim Kochen gab es viel Gelegenheit mit den Mitköchinnen ins Gespräch zu kommen und neben Kochtipps mehr über jüdische Bräuche und Alltag zu erfahren. Das Konzept der Speisen-Reisen ist ganz einfach, erklärt Mirjam Elsel, Projektkoordinatorin der Interreligiösen Fraueninitiative: "Gemeinsam etwas zu tun und das Ergebnis zu genießen, verbindet und überwindet Grenzen." Als der Tisch festlich mit Trauben, Granatäpfeln und Blumen dekoriert war und jede einen Platz an der langen Tafel gefunden hatte, konnte das Festessen mit einem jüdischen Tischsegen beginnen. Kulinarischen Genuss versprachen Vorschmack, ein Fischmus, Rote-Beete Salat mit Pflaumen und Nüssen, zweierlei gefüllte Blinsen, eine osteuropäische Art der hiesigen Pfannkuchen und eine kräftigende Hühnersuppe. Alle waren begeistert. Beim Essen wurde sogar die Unterhaltung für einen Moment unterbrochen. Anschließend musste gemeinsam aufgeräumt werden. Bis alle Gabeln, Messer, Töpfe für den nächsten Schultag wieder an ihrem Platz waren, konnten noch fleißig Kontakte geknüpft werden. Der Abschied fiel nicht so schwer, denn die nächste Speisen Reise findet am 2. Dezember 2008, von 16 bis 20 Uhr in der Maria Ward Schule am Heumarkt statt. Diesmal wird ein Team christlicher Frauen Rezepte und Basteleien zur "Weihnachtsbäckerei" vorbereiten. Anmeldungen: im Büro der Interreligiösen Fraueninitiative, Telefon 0951-29715959 oder E-Mail: info (at) frauenort.de
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