Israelitische Kultusgemeinde Bamberg "Or Chajim"

 

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Tu Bi Schwat 5769 - Feier zum Neujahr der Bäume



Zu Tu Bi-Schwat hatten die Kinder unseren Gemeindemitgliedern eine besondere Überraschung bereitet: Mit einem Lichtbildervortrag und Powerpoint-Darstellungenauf der neuen Großbildleinwand zeigte unsere Lehrerin die reiche Pflanzenwelt und das satte Grün des Frühlings in Israel.
Die Kinder führten ein Stück vor, in dem es um einen einsamen Pinienbaum auf einem kahlen Berg ging, der erst durch die Kinder, die rund herum viele neue kleine Bäume setzten, Gesellschaft bekam und in ihm Vögel brüten und unter ihm Kinder spielen und sich in seinem Schatten ausruhen konnten.
Das Stück von Yehuda Paradis, "Ha´oren ha´boded - der einsame Pinienbaum" wurde von Frau Y. vom Hebräischen ins Deutsche übersetzt und von Chasan Arieh Rudolph in Reimform gebracht.

Dann begann der Tu Bi-Schwat-Seder. Chasan Rudolph demonstrierte mit Weiß- und Rotwein, wie der Frühling (dargestellt durch den Rotwein) langsam mit jedem Schluck Wein den Winter (dargestellt durch den Weißwein) verdrängt.

Der Tu-BiSchwat-Seder:

Für den Abend des Tu Bi-Schwat gibt es eine Zeremonie, die dem Pessach-Seder ähnelt. Dieser Tu Bi-Schwat Seder wurde von den Kabbalisten in Zfat im 16. Jahrhundert entwickelt.

Am Vorabend von Tu Bischwat versammelt man sich im Gemeindesaal der Synagoge oder zuhause. Der Tisch ist festlich gedeckt und mit Blumen und Pflanzen dekoriert. Bei der Dekoration sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: alles was mit dem nahenden Frühling zu tun hat, kann verwendet werden.

Das Ritual des Seders, das ja "Ordnung" bedeutet, beinhaltet das Trinken von vier Gläsern Wein: Das erste Glas ist Weißwein, beim zweiten Glas wird zum Weißwein ein wenig Rotwein hinzugefügt; beim dritten Glas wird zur Hälfte Weißwein und zur Hälfte Rotwein verwendet; beim vierten Glas gibt man in den Rotwein ein paar Tropfen Weißwein. Der Wechsel von weiß zu rot symbolisiert den Wechsel der Farben in der Landschaft in Israel: Vom Ruhen der Landschaft im Winter über das langsame Erwachen der Natur und die zu dieser Zeit blühenden Pflanzen bis zu dem satten Grün der Wiesen und Bäume.


Wie feiern wir des Tu Bi-Schwat-Seder?

Zuerst gießt man den ersten der vier Becher Weißwein ein und spricht den Segensspruch darüber.

Dann wird Weizen serviert, z.B. in Form eines Kuchens, Oliven, Datteln, Aprikosen und Trauben. Einer der Anwesenden macht über jede Frucht den Segensspruch für alle.

Nachdem man von den Früchten gekostet hat, wird der Wein gesegnet. Inzwischen wird der zweite der vier Becher eingeschenkt, dabei auch ein wenig von dem roten Wein, aber der Grossteil des Bechers wird mit Weißwein gefüllt und es wird wieder der Segensspruch über den Wein gesagt.

Nun werden auch Feigen, Granatäpfel und Äpfel gegessen und der oben genannte Segensspruch gesagt.

Nach dem zweiten und dritten Becher Wein, jeweilig mehr vermischt mit Rotwein, werden auch Baumnüsse und Haselnüsse (oder Mandeln und Kastanien), Johannisbrot und Birnen serviert.

Nach dem vierten Becher beendet man den Seder wieder mit dem Essen von Weizen, z.B. Kuchen und beendet die Zeremonie mit Gesängen und Tanz.


Nun können Sie sich auch die Bilder ansehen, die Herr Y. während der Feier aufgenommen hat.



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